Samstag, 15. September 2012

Zu viele Fragen, zu wenige Antworten

Ich lache. Werde umarmt. Rede. Habe Spaß. Tanze mit A. und H. und habe währenddessen einen Lachanfall
"Sind L. und du noch zusammen?"
M. unser Jugendleiter zieht mich zur Seite.
Ich schaue zum Boden.
"Ähmm, nein sind wir nicht mehr."
Er schaut mich an, ich habe das Gefühl, dass er die Trauer in meinen Augen sieht.
"Schade, hab nur grad dran gedacht, weil ich ihn vorhin getroffen hab und er jetzt nicht hier ist."
Ja, ist alles bisschen kompliziert.
Ich versuche mich in meinem weiten Pulli zu verstecken.
Aber M. schaut mich weiter an.
"Pass auf dich auf."
Er dreht sich um und geht zu den anderen Mitarbeitern.


Ich sitze mit H. und D. auf dem Sofa. Sie essen Baguettes und ich habe eine Tasse schwarzen Kaffee in der Hand. S., einer der Mitarbeiter aus dem Zeltlager kommt rein und ich springe voller Freude auf um ihn zu begrüßen.
Er lacht, hält mir die Hand hin und ich schlage ein.
"Du wirst auch immer schwächer, Kleine."
Ich lache wieder und grinse ihn an.
"Vlt hast du ja auch an Muskeln zugelegt."
Wir lachen beide, aber plötzlich wird er ernst und schaut mich an. Er mustert meinen Körper.
"Ich hol dir auch kurz ein Baguette aus der Küche."
Meine Laune verändert sich schlagartig.
"Nee, schon gut, hab nen Kaffee."
"Das ist wie früher im Zeltlager, du hast dich 3 Tage nur von Kaffee ernährt bis ich dich gezwungen habe 'ne Maultasche zu essen. Das ist nicht gesund."
"Jaja, die guten alten Zeiten."
Ich fange wieder an Witze über alles zu machen um abzulenken.
"Soll dein Freund wieder solange Tische wischen müssen bis du deinen Teller aufgegessen hast?"
Er lacht wieder, denkt ans Zeltlager. Mir kommen die Tränen, schaue auf den Boden, wünsche mir zu verschwinden.
"Wir sind nicht mehr.."
Meine Stimme bricht ab, eine Träne läuft meine Wange hinunter und ich hebe den Kopf um ihm in die Augen zu sehen.
"Tut mir Leid, echt, ich mochte ihn ehrlich gesagt nie wirklich. Aber dich halt und ihr wart einfach unzertrennlich. Wenn ich was für dich tun kann, sag's mir."
Er dreht sich kopfschüttelnd um, vlt verägert über meine Dummheut, vlt auch darüber das L. mir das Herz gebrochen hat. Da dreht er sich nochmal zu mir und ruft.
"Pass auf dich auf, und iss was, du bist noch dünner als damals."


Ich laufe mit A. und D. nach Hause, umarme die beiden kurz vor meiner Haustür, gehe rein, rufe ins Wohnzimmer, dass ich wieder da bin, gehe in mein Zimmer und breche zusammen. Sitze auf dem Boden und weine. Weine die ganze Nacht lang, mein Herz zerspringt, wie jedesmal aufs Neue wenn ich an ihn denke. Irgendwann schleppe ich mich ins Bett und heule mich in den Schlaf.


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